KULTURAUSSCHUSSSITZUNG 20.05.2003

Theaterprogramm 2003/2004

Das Kulturamt schreibt, dass Schulaulen für eine professionelle Bespielung nicht geeignet seien. Wieso hängt die Professionalität von Schauspielern von der Bühnentechnik ab? Das Stück "Sonny Boys" aus der laufenden Saison hätte sich z.B. durchaus geeignet. Kleinkunst und Lesungen (wir erinnern an die Quadflieg-Abende) könnten im Foyer und in der Vorhalle stattfinden - warum müssen wir auf solche Veranstaltungen ganz verzichten?

Warum wurde im Hinblick auf die aktuellen Gegebenheiten nicht nach ergänzenden Alternativen zu den bisherigen Anbietern gesucht ? Es gibt qualitativ gleichwertige und sogar auch bessere Tourneetheater und Gastspieldirektionen, die durchaus in der Lage sind, die Stadthalle zu bespielen. Man hätte sie nur fragen müssen !

In den Westfälischen Kliniken führen die Bühnen Münster Stücke auf. Freie Kulturträger wie das Theaterlabor Bielefeld als Gastspielbühne haben tolle Stücke im Angebot, die durchaus eine Programmbereicherung darstellen würden. Es ist das dritte Mal, dass wir darauf hinweisen und es wird nicht das letzte Mal sein !

Hochgelobt z.B. "Die Tagvögel", faszinierend die Begegnung mit dem Maler Felix Nussbaum in "Tanz an der Mauer", und "Die Frau in den Dünen". Sogar von 3SAT übertragen! Alle Stücke stehen in den nächsten Wochen auf dem Spielplan. Und was im Bielefelder "Theater Am Markt oben" gespielt wird, ist in jeden kleinen Raum übertragbar! In Leipzig hat im Juni "Seid nett zu Mr. Sloane" Premiere - soweit wir uns an dieses Stück erinnern, lässt es sich ebenfalls ohne großen dekorativen Aufwand auf die Bühne zu stellen. Ebenso wie "Zerbombt" von Sarah Kane. Ab Juni zu sehen in Osnabrück.

Das Konzertprogramm 2003/2004 bietet Hervorragendes - auch ohne die Paul-Thöne-Halle. Das Programmangebot für das Sprechtheater jedoch fällt deutlich ab. Es entsteht der Eindruck, dass wieder mal nur Beliebiges geboten werden soll, eine Reihe kultivierter Abende für die besseren Kreise.

Der Konzertreihe drücken Sie, Herr Klein mit der "Neuen Musik" seit Jahren einen unver-wechselbaren Stempel auf. Im Sprechtheater ist davon nichts zu spüren. Theater hat die Aufgabe, bewusstseinsbildend zu sein, zu Haltungen aufzufordern, Stellung zu beziehen.

Das Programm 2003/2004 bietet aus unserer Sicht nichts davon !

Zu loben ist die neue Reihe für Jugendliche! Die BfGT hatte ähnliches schon öfters gefordert. Warum erst jetzt ? Gut Ding will anscheinend in Gütersloh Weile haben !