| KULTURAUSSCHUSS der Stadt Gütersloh |
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die BfGTfraktion im rat der stadt gütersloh bittet sie, folgenden antrag auf die tagesordnung der nächsten KULTURAUSSCHUSSsitzung zu nehmen: reduzierung der veranstaltungsreihe NEUE MUSIK für die spielzeit 2002/2003 |
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zu diesem tagesordnungspunkt beantragt die BfGT fraktion folgenden beschluss:
Begründung: seit 17 jahren veranstaltet die stadt gütersloh konzerte mit NEUER MUSIK. seitens der verwaltung wird darauf hingewiesen, dass durch diese veranstaltungen ein besonderes profil für unsere stadt entwickelt worden sei. angeblich sei es nur dieser programmstrategie zu verdanken, dass produktionen großer häuser (hamburg-ballett / ballett der bayrischen staatsoper) in gütersloh gastieren. mit konzerten der NEUEN MUSIK soll nach angaben der verwaltung eine besondere marktnische besetzt worden sein, die es ermöglicht hat, einen überregionalen bekanntheitssgrad zu erwerben. die BfGT fraktion kann die meinung der verwaltung nicht teilen, zumal herr wimmer in der sitzung des kulturausschusses vom 08.03.2001 darauf hinwies, „dass durch zusätzliche intensive massnahmen der versuch unternommen werden sollte, die konzerte mit NEUER MUSIK einem breiten besucherkreis nahe zu bringen“ diese behauptung unterstreicht im großen und ganzen die mangelnde akzeptanz in der breiten öffentlichkeit. auch wenn die veranstaltungen für ein fachpublikum in der region äussert attraktiv erscheinen, stehen die entsprechenden aufwendungen für die veranstaltungsreihen in keinem verhältnis zu den anderen kulturellen angeboten. fast 1/5 des honoraretats wurde allein in der spielzeit 2001/2002 für die NEUE MUSIK in den haushalt eingestellt. die verluste der letzten veranstaltungen, die ohne fördermittel noch höher ausgefallen wären, entnehmen sie bitte der beigefügten aufstellung (HERZLICHES DANKESCHÖN an HERRN TARNOWSKI). zu den 6 veranstaltungen der reihe OLIVER MESSIAEN sind von 2.699 möglichen karten ‚nur’ 538 im freien verkauf ausgegeben worden. 1.850 karten sind abonnenten zugerechnet worden. inwieweit diese die veranstaltungen auch besucht haben, ist nicht bekannt. zu der veranstaltungsreihe (3 programmpunkte) GYÖRGY LIGETI wurden nur ca. 1/3 (562) der karten im freien verkauf abgesetzt. 1609 wurden abonnenten zugerechnet. die 5 GYÖRGY KURTÁG veranstaltungen wurden nur noch von 1.008 zuschauern besucht, wobei nur 176 im freien verkauf abgesetzt werden konnten. die 9 veranstaltungen in der HANS ZENDER-reihe verbuchte einen traurigen besucherrekord. nur noch 754 abonnenten interessierten sich für konzerte, filme und vorträge. auch der freiverkauf wartete mit einem minusrekord auf: 134 karten wurden abgesetzt. selbst zu den kostenfreien einführungsveranstaltungen erschienen nicht mehr als 226 besucher. bei den feiern anlässlich des 75. geburtstages von HANS-WERNER HENZE täuschte die vollbesetzte stadthalle über die real verkauften eintrittskarten hinweg. allein 314 freikarten sind ausgegeben worden, die aufführungen im theater und der stadthalle wurden von 686 abonnenten besucht und nur 133 besucher erwarben die karten im freien verkauf. selbst die kostenfreien einführungsveranstaltungen wurden nur von 125 gästen besucht. allgemein ist bekannt, dass die konzerte der reihe NEUE MUSIK zumeist vor halbleeren stuhlreihen stattfinden und etliche zuschauer sogar noch nach der pause die konzerte verlassen. ein eingespielter verlust von über DM 375.000.— (MESSIAEN DM 181.745,31 / LIGETI DM 193.693,09 ) (incl. DM 55.000.— fördermittel) im jahre 2000 und DM 355.562,36 im jahre 2001 (KURTAG DM 103.528,69 / ZENDER DM 109.309,05 und HENZE DM 142.724,62 (incl. ca. 125.000.—fördermittel und sponsorengelder) ist somit vor den gütersloher bürgerinnen und bürger nicht zu rechtfertigen. die verluste in der spielzeit 2001/2002 dürften in ähnlicher höhe liegen. wenn die veranstaltungen mit konzerten der NEUEN MUSIK unserer stadt tatsächlich ein besonderes profil geben würden, ist zu überlegen, ob die veranstaltungen nicht in einer extra-reihe - von den abonnements herausgelöst – als NEUE MUSIKfestival präsentiert werden sollte. da diese veranstaltungen ohnehin auf ein bestimmtes fachpublikum zugeschnitten sind, dürfte es ohne weiteres möglich sein, die eintrittspreise den üblichen bundesdeutschen sätzen anzupassen und somit den haushalt entsprechend zu entlasten. Zum Beispiel ist das Publikum der JAZZREIHE bereit, bei hochkarätigen einzelveranstaltungen zwischen DM 90.—und 130.—für eine Karte zu bezahlen, für eine Abo-Veranstaltung im Durchschnitt DM 40.--. zur absicherung des festivals könnte im haushalt eine bestimmte summe eingestellt werden. der umfang bzw. die anzahl der aufführungen sollte an die einnahmen durch sponsoren und fördermittel des landes gekoppelt werden. wenn die verwaltung argumentiert, dass konzertbesucher durch diese veranstaltungsreihen an die moderne musik herangeführt werden sollen, um neuentwicklungen und stömungen kennen zu lernen, dann wird das ungleichgewicht in der behandlung von musik- und sprechtheater im programmangebot besonders deutlich. dem publikum werden experimentierfreudige stücke aus angeblich mangelnder resonanz vorenthalten bzw. nicht mehr angeboten. an den zuschauerzahlen der reihe NEUE MUSIK ist deutlich zu erkennen, dass hier erst recht die resonanz der öffentlichkeit nicht vorhanden ist und das angebot somit zu reduzieren ist. mit freundlichen grüßen BfGTratsfraktion alfried gutsche nobbymorkes gütersloh, 13.11.2001 |
| Der Antrag ist bei einer enthaltung (UWG) und den gegenstimmen von CDU / SPD + GRÜNEN abgelehnt worden. |
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NEUE MUSIK – kulturausschuss 27.11.2001 WORTBEITRAG der BfGT seit 17 jahren veranstaltet die stadt gütersloh konzerte mit NEUER MUSIK. seitens der verwaltung wird darauf hingewiesen, dass durch diese veranstaltungen ein besonderes profil für unsere stadt entwickelt worden sei. angeblich sei es auch nur dieser programmstrategie zu verdanken, dass produktionen großer häuser in gütersloh gastieren. mit konzerten der NEUEN MUSIK soll nach angaben der verwaltung eine besondere marktnische besetzt worden sein, die es ermöglicht hat, einen überregionalen bekanntheitssgrad zu erwerben. die BfGT kann die meinung der verwaltung nicht teilen. diese behauptung unterstreicht im großen und ganzen die mangelnde akzeptanz in der breiten öffentlichkeit. auch wenn die veranstaltungen für ein fachpublikum in der region äussert attraktiv erscheinen, stehen die entsprechenden aufwendungen für die veranstaltungsreihen in keinem verhältnis zu den anderen kulturellen angeboten. fast 1/5 des honoraretats wurde allein in der spielzeit 2001/2002 für die NEUE MUSIK in den haushalt eingestellt. bei den 9 veranstaltungen im jahre 2000 wurden insgesamt 4.559 zahlende besucher registriert, wobei 3.459 aus dem kreis der abonnenten kamen. im freien verkauf sind 1.100 karten abgesetzt worden. für die beiden veranstaltungsreihen mussten ca. 375.500 DM aus eigenmitteln aufgewandt werden. pro zuschauer wäre dies ein zuschuss in höhe von ca. 82 DM. in diesem jahr wurde die reihe weiter aufgestockt. zu 3 veranstaltungsreihen mit insgesamt 16 aufführungen kamen nur noch 2.715 besucher. auch der absatz im freien verkauf ist drastisch eingebrochen. 8 veranstaltungen mehr als im letzten jahr und trotz der geburtstagsfeier für herrn henze waren nur noch 443 personen bereit, eintrittskarten zu erwerben. auch der anteil der abonnenten ist um fast 1/3 zurückgegangen. mit einem eigenteil von ca DM 355.600 lagen wir zwar geringfügig unter den verlusten des vorjahres, doch verteuerten sich aufgrund der eingebrochenen zuschauerzahlen die zuschüsse pro besucher auf 131 DM. dass die konzerte der reihe NEUE MUSIK zumeist vor halbleeren stuhlreihen stattfinden und etliche zuschauer sogar nach der pause die konzerte verlassen kann durch diese zahlen nur unterstrichen werden. die drastisch sinkenden zuschauerzahlen unterstreichen die mangelnde akzeptanz beim publikum. wäre die reihe NEUE MUSIK tatsächlich so populär und attraktiv, wie es die verwaltung gerne hätte, wären die veranstaltungen ausverkauft und die zuschauer würden sich selbst aus entfernter gelegenen städte aufmachen, um die konzerte, ausstellungen, filme und vorträge zu besuchen. die zahlen, auf die sich der BfGT antrag stützt, sprechen eine deutliche sprache. anhand der vorliegenden auswertungen sollten wir erkennen, dass die reihe NEUE MUSIK in gütersloh nicht so angenommen wird, wie es manche sich gerne wünschen würden. eine reduzierung der veranstaltungsreihe auf max. 1 komponisten ist die logische konsequenz aus sinkenden zuschauerzahlen. mit max. eigenleistungen in höhe von 150.000 DM besteht durchaus die möglich, komponisten der NEUEN MUSIK auch weiter nach gütersloh einzuladen, um die marktnische zu besetzen und den entsprechenden bedarf abzudecken. nobby morkes 27.11.2001 |