VIEL LÄRM UM (fast) NICHTS(Türen öffnen)Schattenwirtschaft in Gütersloh? Rechtswidrige Beförderungen? Undurchsichtige Vergabeverfahren? Der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt NRW über die städtische Hauhaltsführung schlug hohe Wellen. Nach den Schlagzeilen im Westfalenblatt brodelte die Gütersloher Gerüchteküche. Einige Politiker rieben sich bereits die Hände: Jetzt haben wir sie - das ist das Ende - wir haben es doch schon immer gewusst. Was passierte dann nach den all den Spekulationen in der nichtöffentlichen Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses? Nach einiger Wartezeit öffneten sich die ver-schlossenen Türen und die wartenden Medienvertreter wurden zur Berichterstattung eingelassen. Der Ausschuss hatte sich entschieden, die Diskussion doch öffentlich zu führen. Der Vorsitzende verwies zu Beginn, dass die Stadt lt. abschließendem Ergebnis der Prüfer doch im "Einklang mit den Gesetzen" gehandelt hatte. Es gab noch die ein oder andere Verbalattacke gegen die Verwaltung, doch im Großen und Ganzen verlief die Sitzung nicht so heiß, wie man es durch die Veröffentlichungen im Vorfeld erwartet hätte. Viel Lärm um nichts. Hätte die Verwaltung nicht so geheimnisvoll versucht, den Mantel des Schweigens über den Bericht zu legen und stattdessen in aller Offenheit die Bürger informiert, was die Prüfer denn zu kritisieren hatten, wäre die ganze Debatte nicht so hochgekocht. Zu verbergen hatte die Verwaltungsspitze eigentlich nichts, denn Fehler macht schließlich jeder und in der Verwaltung sitzen doch auch nur Menschen und keine Computer. Was sollte die Bürgermeisterin und ihr Kämmerer daraus lernen? Fehler zugeben, die Bürger offen und ehrlich informieren, die Türen nicht verschließen, sondern möglichst lange offen halten. Mal schauen, wann die Bürger das nächste Mal vor verschlossenen Türen stehen werden. Roland von Zahl 18. März 2004 Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder. |