BUBE, DAME, KÖNIG, AS(Welcher Trumpf wird Bürgermeister)Jetzt ist das Quartett komplett. Es wurde viel spekuliert, doch so recht wollte keiner daran glauben. Die Bürger für Gütersloh schicken ihren "Volkstribun", Nobby Morkes, ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Wer zum Schluss die Nase vorn haben wird, ist nicht so klar, wie manche es sich gerne wünschen würden. Ziehen wir zuerst die Dame: Maria Unger, amtierende Bürgermeisterin und einziges Aushängeschild der Gütersloher Sozialdemokraten. Zum dritten Mal bewirbt sich immer agil wirkende "Strahlefrau" um das höchste Amt der Stadt. Ein weiteres Mal möchte sie Chefin der Verwaltung werden. Ihre Chancen stehen nicht schlecht: Positiv zu werten ist ihre Popularität quer durch alle Parteien, durch alle Altersschichten. Negativ wird sich ihre SPD-Parteizugehörigkeit auswirken. Alle guten Dinge sind drei - warum also nicht noch einmal: Mensch Maria. Ohne die schwere SPD-Last wäre ein Durchmarsch wahrscheinlich gewesen. Wer von drei männlichen Mitbewerbern wird jedoch der Bube, der König oder gar das As werden. Das könnte zur spannendsten Frage im ganzen Wahlkampf werden. Gelingt der Dame nicht der ganz große Wurf (absolute Mehrheit / über 50%) wird das vielleicht neue oder auch wieder alte Stadtoberhaupt erst nach einer Stichwahl gegen den Zweit plazierten gekürt. Da ist der Elektromeister Burkhard Brockbals, der für die CDU die Ablösung der rot-roten Verwaltungsspitze herbeiführen soll. Gegen die quirlige Maria Unger wirkt der Kreishandwerksmeister eher blass und unscheinbar und der Segen von oben (engagiertes Mitglied der kath. Kirchengemeinde) dürfte ihm kaum Rückenwind geben. Sein Bekanntheitsgrad bei den "politisch-nicht-Engagierten" ist nicht besonders hoch und auf den Bildern mit den gestandenen Feuerwehrmännern wirkt er - im Gegensatz zur immer lächelnden Amtsinhaberin leider deplaziert. Ob die CDU-Mitglieder ihre Wähler derart mobilisieren können, dass Burkhard Brockhals als strahlendes Licht in das Rathaus einziehen wird, ist zu bezweifeln. Hans-Peter Rosenthal, Ausbilder von Studienreferendaren und in der Verwaltungsleitung einer Behörde tätig, vertritt BÜNDNIS 90/GRÜNE. Der wortgewandte Vorsitzende der GRÜNEN-Ratsfraktion wartet mit langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung auf und geht voller Optimismus in die Kandidatenkür. Optimismus allein genügt jedoch nicht. Nicht nur die Stimmen der Parteimitglieder werden in der Endabrechnung ausgezählt, sondern auch diejenigen gehen wählen, die sich mit der Grünen-Politik vor Ort und auch auf Bundesebene nicht so ganz anfreunden können. Dass Hans-Peter-Rosenthal keine Position unter den ersten Beiden einnehmen wird, erlaube ich mir, vorherzusagen. Der große Unbekannte in diesem Quartett ist in Gütersloh schon lange kein Unbekannter mehr. Von seinen politischen Gegnern zu Anfang als Chaot und Entertainer verschrieen, entwickelte sich Nobby Morkes und die BfGT zu einer ernst zunehmenden Bürgervertretung, wie es sie in Gütersloh noch nicht gegeben hat. Über 18.500 Bürgerinnen und Bürger konnte er mobilisieren, um den geplanten Theaterneubau zu kippen. Ob die Gütersloher bei der Wahl zum Bürgermeister daran denken werden? Eine Umfrage zum Bekanntheitsgrad dieser schillernden Persönlichkeit würde so manchen altgedienten Kommunalpolitiker in Erschrecken versetzen. Bube, Dame, König, As - welcher Trumpf am Abend des 26. Septembers stechen wird, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger. Die Parteizugehörigkeit spielt zwar eine gewisse Rolle, doch die Gewichtung von Popularität und Bekanntheitsgrad, des Auftretens sowie der Resonanz auf die jeweiligen Programm der einzelnen Kandidaten sollte keinesfalls unterschätzt werden. Erst am Wahlabend, Punkt 18.00 Uhr heißt es: Rien ne vas plus - Nichts geht mehr. Ich setze auf Sieg. Für wen? Das wird mein Geheimnis bleiben. Roland von Zahl 02. April 2004 Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGTwieder. |