KOMMENTAR DER WOCHE

SCHWACHE VORSTELLUNG

(Bürgermeisterin fehlte bei Präsentation der Modernisierungs-/ Umbaupläne)

"Mensch Maria" hallte es einst durch Gütersloh und die Gütersloher waren begeistert von Maria Unger. Endlich eine Bürgermeisterin zum Anfassen, endlich jemand der die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt versteht.

Das war einmal. Leider! Das Oberhaupt Güterslohs liess sich bei der Präsentation der Modernisierungs- und Umbaupläne für die Paul-Thöne-Halle durch ihren Büroleiter vertreten. Hatte auch Sie noch vor den Sommerferien die schnellstmögliche Überlassung von Unterlagen und Plänen gefordert, blieb die vehemente Verfechterin des über 30 Millionen teuren Theaterneubaus während der Vorstellung in ihrem Dienstzimmer. Wurde für den Neubauarchitekten Professor Friedrich bei jedem Besuch noch der rote Teppich ausgerollt erfolgte diesmal weder eine Begrüßung der ausführenden Planer und Architekten noch eine Entschuldigung für ihr Fernbleiben.

Es war keine schwache Vorstellung, die die Bürgermeisterin gegeben hatte, es war ein Trauerspiel!

Eine schwache Vorstellung hingegen gab es von Herrn Wimmer, dem Kulturdezernenten. "Eine Renovierung der Paul-Thöne Halle nach den vorgestellten Plänen kann es nach meiner Einschätzung, jedenfalls aber unter meiner Mitwirkung nicht geben" erklärte er wörtlich wenige Minuten nach dem Ergebnis des Bürgerentscheides.

Nach der ausführlichen Präsentation der detaillierten Pläne vor den Medienvertretern liess es sich der Neubaueuphorist nicht nehmen, seinen Standpunkt - zwar verpackt, aber als deutliche Ansage zu verstehen - zu untermauern. Wimmer kündigte an, dass man den Kreis prüfen lassen werde, ob dieser Entwurf angesichts seiner Dimension nicht eher einem Neubau gleich komme als einem Umbau. Zitat: "Schließlich darf sich die Stadt laut Bürgerentscheid ja mit einem Neubau gar nicht mehr befassen."

Lt. Wimmer sollen auch die Sponsoren Miele und Bertelsmann an ihrer Aussage festhalten, nur einen Neu- und keinen Umbau zu fördern. Den beiden Unternehmen liegen bis heute weder Pläne vor, noch fand ein Gespräch statt. Wie Wimmer dazu kommt, im Anschluss an die Vorstellung als Unternehmenssprecher aufzutreten, ist mir schleierhaft.

Schwache Vorstellung, sehr schwach!

Die Pläne sind detailliert und aufwändig. Die Berechnungen konkret, einwandfrei mit Friedrichs Zahlen zum Neubau zu vergleichen.

Keiner fragte bisher nach Kosten und wie selbstverständlich will die Verwaltung jetzt prüfen und urteilen.

20 Millionen € könnte die Stadt jetzt einsparen, wenn Sie die Vorschläge und Ausarbeitungen realisieren wird. Können Neubaubefürworter aus Verwaltung und Politik jetzt über den eigenen Schatten springen? Die nächsten Wochen und Monate werden es zeigen.

Roland von Zahl

15. September 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.