KRÄMERSEELE

(Big Brother is watching you)

Den Begriff "Krämer" definiert der Duden mit "engstirnig", "kleinlich gesinnter Mensch".

Trifft auf Dr. Jürgen Krämer, Mitglied der CDU-Ratsfraktion, "noch"-Vorsitzender des Krankenhausausschusses der Stadt Gütersloh, Vorsitzender des Finanz- und Steuerausschuss der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK), Geschäftsführer der Ferstera & Krämer-Vermögensbeteiligungs-GmbH, Gütersloh und Ex-Präsident des FC Gütersloh, diese Beschreibung zu?

Die Frage ist schwer zu beantworten und wird in den nächsten Tagen und Wochen zu intensiven Diskussionen in der Bürgeschaft führen. Eiskalt und berechnend oder spontan aus der Hüfte geschossen, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen diese Aussage nach sich ziehen würde?

Die gezielte Aktion gegen den Gütersloher Architekten Norbert Beckmann, der mit seiner Familie kostenlos und aus bürgerlichem Engagement heraus, die Umbaupläne für die Paul-Thöne-Halle erarbeitete, schien jedoch vorbereitet. Der CDU-Fraktionsvorsitzende, Herr Bolte, bestätigte, dass seine Fraktion im Vorfeld der Kritik Krämers nicht widersprochen hatte. Die Verwaltung soll die Zusammenarbeit mit Beckmann überprüfen, der seit Jahren als bekannter und renommierter Architekt auch für die Stadt tätig ist. Eine ungeheuerliche Vorgehensweise der CDU und Dr. Krämers, die Bürgerbeteilung, das bürgerliche Engagement in dieser Art und Weise anzugreifen und mit Füßen zu treten.

Die ersten Reaktionen zeigen, in welches Wespennest die CDU und Krämer gestochen haben. Kommentare in den Tageszeitungen, Leserbriefe, Empörung bei Handwerkern, Unternehmern, quer durch alle Berufsschichten, quer durch alle Parteien.

Krämer, der als ehemaliger Präsident des FC Gütersloh, in die negativ-Schlagzeilen geraten war, kannte in dieser Zeit weder Parteibücher noch persönliche Vorteilnahme. Jede Spende, jede Zuwendung, jedes Engagement für seinen FC Gütersloh war ihm damals willkommen. Für ihn und die CDU sollte der sportliche Erfolg der Fußballer in der 2. Bundesliga die Basis für die Enthronung der populären Bürgermeisterin Maria Unger bei den Kommunalwahlen sein. Doch alles kam anders...

Die CDU hielt an Krämer fest, die Wahlniederlage war verherrend. Krämer trat nicht von seinen Ämtern zurück und machte weiter, als ob nichts geschehen war.

Erneut wird nun Krämers Rücktritt gefordert. Nicht nur von politisch Andersdenkenden, sondern auch aus den eigenen Reihen wird harsche Kritik laut.

Big Brother is wachtching you. Handwerker und Unternehmer, die für die Stadt tätig sind, müssen ab sofort aufpassen, was Sie sagen, für welche Gruppierung sie sich engagieren, welchen Standpunkt sie in öffentlichen und politischen Auseinandersetzungen vertreten. CDU-Mitglieder sind selbstverständlich davon ausgeschlossen.

Gute Nacht, Freunde - George Orwell lässt grüßen.

Ich bin gespannt, wie Krämer und die CDU sich verhalten werden. Die Grünen forderten eine Stellungnahme der Bürgermeisterin zu diesem mehr als brisanten Vorfall. In der letzten Ratssitzung schwieg Maria Unger, die nächste Ratssitzung jedoch kommt bestimmt.

Roland von Zahl

20. Oktober 2003

Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder.