KOMMENTAR DER WOCHEWIR SIND DIE BÜRGER (Rote Karte für Politik und Verwaltung)Ein beeindruckendes Ergebnis. Mit fast 76 % stimmten 18.462 Gütersloher gegen den Theaterneubau. 5.880 (24 %) stimmten dafür. Trotz seitens der politischen Mehrheit und Verwaltung abgelehnter Möglichkeit zur Briefwahl. Für die Mehrheit der Politik war der Neubau bereits beschlossene Sache, für die Verwaltung gab es nur einen Weg: Abriss und Neubau - Alternativen wurden bzw. sollten nicht geprüft werden. 51 Ratsfrauen und Ratsherren (incl. der Bürgermeisterin) sollten über ein Projekt dieser Größenordnung entscheiden. Im November 2000 wurde der Antrag der BfGT auf eine Bürgerbefragung zu diesem Thema von fast allen anderen Fraktionen abgelehnt. "Wir sind die gewählten Vertreter, wir haben das Recht und sind beauftragt, zu entscheiden" lautete der fast einstimmige Tenor aus den Reihen der Bürgervertreter. Bürgervertreter ? Die Damen und Herren des Rates sowie einige Vertreter der Verwaltungsspitze hatten die Rechnung jedoch ohne die Bürger, ohne ihre Wähler gemacht! Anstatt die Bürger von vornherein miteinzubeziehen, wollte man über die Köpfe hinweg entscheiden. Unmut und Unverständnis kam auf. Der Verein Bürger für Gütersloh brachte ein Bürgerbegehren auf den Weg. Mit über 10.600 Unterschriften wurde der Weg zum Bürgerentscheid frei gemacht. "... damit der Bürger endlich wieder mitbestimmen kann" lautete ihr Motto, als sie vor dreieinhalb Jahren erstmalig zur Kommunalwahl antraten. Am Tag des Bürgers, dem 29. Juni 2003, durften die Bürger endlich mitbestimmen. Und sie zeigten Politik und Verwaltung eindrucksvoll die rote Karte. Wir wollen gefragt werden, es ist unsere Stadt, in der wir leben! Erstmalig in Gütersloh. Auch einmalig? Wer weiß? Die Zukunft wird es zeigen. Die Politiker haben es selbst in der Hand, wie man mit dem Bürger umgeht. Offen und ehrlich sollten Sie den Dialog mit den Menschen unserer Stadt suchen. Ungeschönt die Wahrheit sagen. Der Kämmerer, Dr. Wigginghaus, hat bewiesen, dass es möglich ist. Der TAG des BÜRGERS - eine
Sternstunde für die lokale Demokratie, die man so schnell nicht
vergessen sollte. Roland von Zahl 30. Juni 2003 Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGT wieder. |