KOMMENTAR DER WOCHETHEATER (haus) HALT(Kulturstadt Gütersloh)"Ausbau des Kulturangebotes in der Stadt (Stärkung des Profils als "Kulturstadt")" lautete eines der allgemeinen Ziele, die der Hauptausschuss beschlossen hat. Nur 3 Tage später jedoch - im Kulturausschuss - schienen besonders die Mitglieder der CDU, SPD und GRÜNEN-Fraktionen an starkem Gedächtnisschwund zu leiden. Es wurde gekürzt und gestrichen. Theatergastspiele sollen reduziert, die Theaterausstellung ganz gestrichen werden. Kunstverein und Kreismusikschule erhalten 13% weniger Zuschüsse. Der Ankauf von Kunstwerken Gütersloher Künstler - erst im letzten Jahr beschlossen - soll nicht mehr stattfinden. Den Heimatvereinen in den Ortsteilen wurden die Mittel drastisch (für ihre Verhältnisse) gekürzt und auch die Gütersloher Musikvereine müssen mit teilweise bis zu 17% weniger an Mitteln auskommen. Dem Gütersloher Kammerorchester wurden die Zuschüsse sogar um über 50% gekürzt, ab dem Jahre 2004 sollen die Gelder komplett gestrichen werden. Auch die Kulturveranstaltung "langenachtderkunst" muss deutliche Abstriche verzeichnen. ""Ausbau des Kulturangebotes in der Stadt (Stärkung des Profils als "Kulturstadt")" soll sich das ganze noch nennen? Ja, wo leben wir denn? Gerade die Veranstaltung "langenachtderkunst" lockte auch von außerhalb unzählige Besucher in die Innenstadt und entwickelte sich nach nur kurzer Anlaufzeit zum Publikumsmagneten. Die Kürzung und Streichung der Mittel für die lokale Kulturförderung steht im krassen Gegensatz zu den geplanten Zielen und Vorhaben, die sich die Mitglieder des Kulturausschusses gerne auf ihre Fahne schreiben würden: "Impulse für örtliche und regionale Öffentlichkeit stiften" - "Kulturelle Initiativen stärken, Schaffung kultureller Milieus fördern, Einzel- und Gruppenleistungen würdigen" - "Stärke Berücksichtigung Gütersloher Künstler/innen". Entschuldigung - beim Ziel, die Gütersloher Künstler/innen stärker zu berücksichtigen, haben sich die Kulturpolitiker an ihre Vorgaben gehalten - hier wurden die Kürzungen und Streichungen tatsächlich stärker berücksichtigt! Nicht gekürzt, sondern nur kosmetisch korrigiert, wurden natürlich die 3 Mio € für den geplanten Theaterneubau sowie die Verpflichtungsermächtigungen für die Folgejahre in Höre von 19 Mio €. Aufgrund einer Änderung der Bauplanung, können 700.000 € aus dem Jahre 2003 in das Jahr 2004 umgeschichtet werden. Billiger wird es trotzdem nicht! Schöne Schieberei! Bei all diesen Abstrichen muss man sich doch ernsthaft fragen, was in Zukunft in der "Kulturstadt" Gütersloh noch angeboten werden kann, den die Aussichten für die kommenden Jahre sehen noch düster aus, als bisher angenommen. Welche Aufführungen sollen denn in einem neuen Theaterbau überhaupt noch präsentiert werden, wenn schon jetzt die Mittel gekürzt und mit weiteren Etateinbußen zu rechnen ist. Die Laienspielschar der Landfrauen oder der Kolpingfamilie benötigen für ihre Aufführungen keinen Prestigebau. Vielmehr benötigen sie Zuschüsse, um weiterhin die Besucher zu unterhalten und sie zum Lachen zu bringen. Kostüme und Requisiten kosten nämlich auch Geld. Noch besteht Hoffnung, denn über einen Antrag der BfGT auf Rücknahme der Kürzungen wird erst im Februar entschieden. Deckungsvorschlag: Durchführung der Kulturreihe "Neue Musik" nur noch 2jährlich und Festlegung der Zuschüsse auf max. 75.000 €. Hier dürfen wir gespannt sein, wie ernst es die Kommunalpolitiker mit ihren Zielvorgaben meinen. Roland von Zahl 20. Januar 2003 Der Kommentar spiegelt nicht unbedingt die Meinung der BfGTwieder. |