KOMMENTAR DER WOCHENicht aufgepasst???(Die Dissonanzen des Trompeters B. aus G.)Es klingt ein Ruf wie Donnerhall... und lautstark bläst wieder einmal mehr der Dauernörgeler Nr. 1 im Rat die Trompeten in Richtung Rathaus und hofft die Festungsmauern durch sein Getöse endlich zum Einsturz zu bringen. Mit unsachlichen und unqualifizierten Behauptungen wirft der auf Populismus und Effekthascherei ausgerichtete "Hobby-Politiker" der Verwaltung Volksverdummung vor. Ein Begriff der an die undemokratischen Zeiten unserer Republik erinnert. Sehr vorsichtig ausgedrückt. Anstatt offen und direkt den Schlagabtausch im Ausschuss zu suchen, sollte hier über die Medien eine Stimmung verbreitet werden, die die Bürgermeisterin und den Kämmerer wieder einmal mehr in die Ecke von "Schauermärchenerzählern und Verschleierungstaktikern" stellt. Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Beigeordnete und zugleich "heimliche Stadtdirektor" Dr. Wigginghaus umstritten und auch nicht besonders beliebt ist. Das jedoch liegt u.a. an seiner politischen Einstellung und zudem noch in der Natur der Sache, nämlich seinem Aufgabengebiet. Wer kürzt und spart und somit anderen etwas wegnimmt oder auch gar nicht erst gibt, macht sich nicht gerade Freunde und muss mit Attacken gleich welcher Art rechnen. Ob der Kämmerer seinen bereits des öfteren geäußerten Wunsch nach Mehreinnahmen erfüllt bekommt, entscheidet letztendlich die Politik. Des Geldverwalters Pflicht ist es jedoch, Vorschläge auszuarbeiten, um den Haushalt der Stadt aufstellen zu können. Knallhart muss er rechnen, der Stift muss gespitzt sein und das Radiergummi stets parat liegen, um die immer wieder neuen Negativzahlen in die aktuellen Haushaltsdaten einzuarbeiten. Würde er dieser Aufgabe nicht nachkommen, wäre das Gezeter und Geschrei seiner Widersacher wahrscheinlich noch größer. Die Art und Weise der Attacken sollte jedoch in fairem Rahmen stattfinden, und gerade diese Möglichkeiten scheinen dem Trompeter von Gütersloh fremd zu sein. Vielleicht hätte er besser recherchieren oder aufpassen sollen, denn es ist schon lange bekannt, das die Verwaltung gerne die Gewerbesteuer anheben würden. Auch die Grundsteuer soll in nicht unerheblichem Maße angehoben werden und die Gebühren für Straßenreinigung steigen. Über die Grundsteuer wird jedoch kein Wort verloren. Tritt der Kritiker vielleicht als Sprachrohr der Unternehmer auf und erhofft sich somit für seinen Kommunalwahlkampf einen größeren Spendenzulauf? Der größte Geldgeber musste ja bedauerlicherweise Insolvenz anmelden. Aber das sind alles reine Spekulationen und daran möchte ich mich schließlich nicht beteiligen. Fairplay und Sachlichkeit sollten auch bei den härtesten Auseinandersetzungen gewahrt bleiben - davon ist Trompeter B. aus G. leider weit entfernt. "Es war einmal ein kleiner Trompeter" - der jedenfalls kämpfte für etwas, an das er glaubte. Der Gütersloher Trompeter jedoch scheint nur ins Blech stoßen zu wollen, um laute Töne zu produzieren. In 2 Jahren - so lässt er verlauten - sind Kommunalwahlen. Ob er bis dahin an einem "Benimm- Kurs" teilgenommen oder sich mit dem Knigge für Politiker beschäftigt hat, steht in den Sternen. Auf jeden Fall sollte er zumindest in einer der Gütersloher Musikschulen Trompetenunterricht nehmen, um endlich auch mal die richtigen Töne zu treffen. Dissonanzen geben dem Gesamtkonzert nämlich einen schlechten Beigeschmack. Roland von Zahl 29. September 2002 |