Kommentar der Woche
NICHT NUR FERIEN - FROHE OSTERN
(Nachdenken über die Zimmermann-Entscheidung)
Mit der Beendigung der Planungsausschusssitzung am Donnerstag
(21.03.) wurden die Osterferien auch für die Gütersloher Ratsfrauen
und Ratsherren eingeläutet. Die sachkundigen Bürgerinnen und
Bürger in der Ausschüssen natürlich nicht zu vergessen,
denn auch sie haben ein Anrecht auf den wohlverdienten Urlaub. Urlaub
- wohlverdient? Da horcht doch der Normalbürger auf - denn schliesslich
muss er weiter seiner Arbeit / Tätigkeit nachgehen und kann nicht
so ohne weiteres Urlaub nehmen. Es sei denn, er ist selbstständig
oder hat seinen tariflichen Jahresurlaub noch nicht verplant.
Für die Parlamentarier im Rat und in den Ausschüssen
steht dieser Urlaub von den Gremien auch nur auf dem Papier. Allesamt
sind sie sogenannte "Hobby-Politiker" und stehen - sofern sie
keine Lehrer sind - nicht bei Vater Staat in Lohn und Brot, sondern verdienen
ihren Lebensunterhalt durch die Ausübung ihres Berufes in der freien
Wirtschaft.
Im "parlamentarischen Urlaub" gehen die Gütersloher
Abgeordneten also ihrem ansonsten normalen Tagwerk nach. Sie können
sich von den Debatten im Ratssaal erholen und bei schönem Wetter
ab 17.00 Uhr die Gartenkultur pflegen anstatt sich in der tristen Räumlichkeit
den Attacken der politischen Gegner auszusetzen. Garten- statt Streitkultur,
eine Abwechslung die jedem gut tun wird und manchem Heisssporn beweist,
dass frische Luft besser zu geniessen, als schlechte Luft zu verbreiten
ist!
Trotz Frühlingsgefühlen und Sonnenstrahlen
müssen sich die Mandatsträger jedoch auch die eine oder andere
Stunde zurückziehen, um sich auf die nächsten Schlachten vorzubereiten.
Nachdem sich alle einig waren, die Parkstrasse nicht als Einbahnstrasse
umzufunktionieren und dem Media-Markt den Segen zu geben (bis auf die
UWG), stehen neue Herausforderungen an. Die Sondersitzung von Umwelt-
und Planungsausschuss am 08. April betreffs der Firma Zimmermann ist
sorgfältig vorzubereiten, denn es ist zu erwarten, dass die Tribüne
und der Flur vor dem Sitzungssaal wie bei der Debatte zum Gebietsentwicklungsplan
restlos überfüllt sein wird.
Jetzt hat der Politiker Zeit um in sich zu gehen, um
intensiv nachzudenken. Aus Fehlern der Vergangenheit sollte man lernen
und diejenigen, die die Zimmermann-Entwicklung über die Jahre in
den Ausschüssen mit ihrem Abstimmungsverhalten positiv begleitet
haben, sollten ihre Fehleinschätzung eingestehen und ihre Entscheidung
revidieren.
In der Sitzung vom 08. April geht es weder um die Mehreinnahme
von Gewerbesteuern für die Stadtkasse noch um Wählerstimmen.
Schlicht und einfach geht es um das Wohl und die Gesundheit der Menschen,
die unmittelbar die Folgen der geplanten Konditionierungsanlage für
anorganische Abfälle auf sich nehmen müssten. Sorgen, Ängste
und Nöte der Anwohner in Bezug auf Gesundheit und Leben sind über
rechtlich fundierte Entscheidungen und Beschlüsse zu stellen.
Die Bürgervertreter wurden von den Bürgerinnen
und Bürgern gewählt, um ihre Interessen zu vertreten. Am 08.
April können die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses
beweisen, ob sie diesem Auftrag gerecht werden.
Frohe Ostern.
Roland von Zahl
23. März 2002
|