RENOVIERUNG PAUL-THÖNE-HALLE - KULTURAUSSCHUSS 27.11.2003 Fachbereich: 65 Hochbau / Erstellt durch: Herr Klemme/Frau Schindler / Datum: 17.11.2003 Beratungsgegenstand: Beseitigung der sicherheitstechnischen Mängel in der Paul-Thöne-Halle Stellungnahme zur Wirtschaftlichkeit der Maßnahme Beschlussvorschlag: Der Kulturausschuss nimmt die Stellungnahme des Geschäftsbereiches
4 - Fachbereich Hochbau zur Kenntnis. Sachverhalt: In der Ratssitzung am 17.10.2003 wurde die Möglichkeit des Weiterbetriebes des Theaters in der PaulThöne-Halle für einen begrenzten Zeitraum diskutiert mit der Maßgabe lediglich die Beseitigung der Sicherheitsmängel mit einem Investitionsvolumen von 1.5 Mio. € durchzuführen. Der Geschäftsbereich 4 Fachbereich Hochbau hält es daher für erforderlich, in die Kostenschätzung, die lediglich die abstrakten Kosten für die Beseitigung der von den Gutachtern aufgezeigten Sicherheitsmängel beinhaltet, auch die wirtschaftliche Gesamtbetrachtung der Immobilie und deren Restnutzungsdauer einzubeziehen. Die Kostenschätzung beinhaltet nicht die notwendige Instandsetzung der Gebäudetechnik (gesetzliche Vorgaben), die notwendige Unterhaltung der Bausubstanz und notwendige Leistungen im Zuschauerbereich (Gestaltung Saal, Verbesserung Sitzkomfort u.ä.) Für die Wiederaufnahme des Spielbetriebes sind über den bisher ermittelten Kostenrahmen hinaus weitere Investitionen erforderlich, die aufgrund der noch nicht vorliegenden Planung (finanzieller und personeller Aufwand) nicht benannt werden können. Eine sinnlose Reparatur oder Erweiterung von abgängigen Bau- und Maschinenteilen und technischen Einrichtungen muss vermieden werden. Das Verhältnis zwischen der Höhe der bereits jetzt sicher feststehenden Investitionskosten und der vorgesehenen Nutzungsdauer steht in keinem wirtschaftlichen Verhältnis. Die, zur Beseitigung der Sicherheitsmängel einzubauenden Geräte, Bauteile und Maschinen haben eine Lebensdauer von 20-80 Jahren. Mit der Behebung dieser Mängel lassen sich darüber hinaus keine Verbesserungen für den Spielbetrieb, die Schauspieler und die Zuschauer erreichen. Nimmt man beispielhaft die erforderliche Verbreiterung der Beleuchterbrücke, so ergibt sich technisch bedingt eine weitere Verkleinerung der Szenefläche und damit eine Verschlechterung des Spielbetriebes. Weitere, nicht in den Gutachten aufgezeigte Mängel:
In der folgenden Tabelle werden auszugsweise Leistungspositionen der Kostenschätzung erläutert und bewertet. |
| Mängelbeseitigungs-Leistung Einzelleistungen zur ... |
wirtschaftlich nicht vertretbar
(zu kurze Nutzungsdauer) (vorh. veraltete Technik)
|
Bei Neubau nicht wieder verwendbar
|
vorhandene und zusätzliche
Einschränkung nicht vertretbar
|
€
|
|||
| BRANDSCHUTZ | |||
Dach über Saal Gitterträger erlauben keine weitere Lastabtragungen wie z.B. Scheinwerfer Gitterträger rosten, ca. 60 Jahre alt. Energieverluste durch fehlende Dämmung |
13.920
|
X
|
X
|
| Neuer Gitterrost-Schnürboden Investitionssumme steht in keinem Verhältnis zurNutzungsdauer |
19.500
|
X
|
|
| Brandwache auch während des Bühnenbildaufbaus als Kompensation des fehlenden 2.Rettungsweges Schnürboden pro Spielzeit 100 Stunden - Gesamtspiel-zeiten in 5 Jahren: 5 x 100 Std. - Ge-samtstunden 500 x 30 = 15.000 € netto | 17.400
|
||
Umbau Portal-Beleuchterbrücke Investition steht in keinem Verhältnis zur vorgesehenen Nutzungszeit |
40.600
|
X
|
|
| Neue breitere Beleuchtergalerien Folge: Einrücken der Panorarna / Gassen-vorhänge, dadurch Verkleinerung der Szenenfläche Neuer Eiserner Vorhang Investition steht in keinem Verhältnis zur vorgesehenen Nutzungszeit | 41.760
|
X
|
X
|
Neuer Eiserner Vorhang Investition steht in keinem Verhältnis zur vorgesehenen Nutzungszeit |
139.200
|
X
|
|
Vorh, Wandbekleidung Saal abnehmen Hohlraum ausfüllen und wieder montieren Für den Bürger unverständlich, die nicht zeitgemäße Verkleidung wieder anzu-bringen, weder in Farbe noch Oberfläche, keine akustische Verbesserung. Probleme werden erwartet bei der vorhandenen Elt-Installation |
24.360
|
X
|
|
| Stuhlbeschläge Saal sicherheitstech-nisch nachrüsten
Stühle sind abgängig (30 Jahre alt) Unverständnis beim Bürger, wenn der Reihenabstand im gleichen Zuge nicht vergrößert wird! Bezüge sind abgängig, wurden ständig erneuert, (3 Farben inzwischen) |
18.096 |
X
|
X
|
| HAUS- und BETRIEBSTECHNIK | |||
| Die technischen Anlagen sind bei der letzten größeren
Instandsetzungs- und Umbaumaßnahme im Jahre 1972 eingebaut. Im Hinblick auf den geplanten Theater-neubau sind ab Ende der 50-iger Jahre nur unumgängliche Instandsetzungsar-beiten durchgeführt worden |
|||
Lüftung Die Anlagen sind ca. 32 Jahre alt. Auf-grund des Alters sind Ventilatoren, Motore undJalousieklappen abgängig. Bestätigung auch durche externe Fachbüros. Die vorhandenen Feuerschutz klappen haben keine Prüfung und sind daher nicht zulässig.Bei Einbau zusätz-licher FS-Klappen ergeben sich inden Luftkanälen höhere Widerstände, wo-durch die Luftmengen sich verändern und Ventilatorenumgebaut bzw. ersetzt werden müssen. Bei einem derart großen Eingriff in die vorhandene Lüftungsanlage muss anschließend eine Hygieneunter-suchung durchgeführt werden. Dabei ist zu erwarten, das die vorhandenen, im Erdreichbetonierten und gemauerten Luftkanäle den heutigen hygienischen Anforderungen nicht mehrgenügen und ausgebaut bzw. erneuert werden müssen. Der Aufwand ist wirtschaftlich nicht vertretbar. |
100.920
|
X
|
|
Elektrotechnik Die Mängel der elektrischen Anlage sind im Prüfbericht detailliert
aufgeführt. |
188.500
|
X
|
|
| BÜHNENTECHNIK | |||
Leistungsumfang Insgesamt Alle Züge - Die Züge können beim Neubau/Umbau wiederverwendet werden |
378.972
|
||
Portal-Türme Erbringung dieser Leistung ist im Verhältnis der Investitionssumme von 51.040 € zur Nutzungsdauer von 5 Jahren unwirt-schaftlich, Konstruktionen können bei Neubau/Umbau nicht verwendetwerden. |
X
|
X
|
|
Abdeckung Orchestergraben Die konventionelle Abdeckung des Orchestergrabens in Handarbeit ist nicht zeitgemäßund für die Bühnenmitarbeiter nicht zumutbar. Die vorgesehene Ergän-zung der Traversen deckt nur die Sicher-heitsmängel ab. Die erforderlichen Kon-struktionsteile der Abdeckung lagern z.Zt.unzulässig im Rettungsweg Saal. Eine andere, zumutbare Lagerfläche ist nicht gefunden worden. Eine Verbesserung der Situation bringt nur der Einbau eines Hubbodens, der auch in der Neubau planung enthalten war. |
X
|
X
|
X
|
Schaltanlage Die neue Schaltanlage kann wie die Züge (a) beimNeubau/Umbau wieder verwendet werden. |
|||
| FEUERLÖSCHANLAGEN | |||
| Erweiterung der Sprühflutanlagen ober-rhalb des Schnürbodens | 23.200
|
X
|
|
| anteilige Ingenieurleistungen | 201.286
|
||
übrige nicht weiter aufgeführte Leistungen einschl. Nebenkosten |
292.286
|
||
Gesamtsumme-Mängelbeseitigung einschl. Ingenieurleistungen |
1.500.000
|
Aufgrund der vorbeschriebenen Fakten hält der Fachbereich 65 eine ausschließliche Beseitigung der Sicherheitsmängel im alten Theater für nicht wirtschaftlich und technisch nicht sinnvoll. Die daraus resultierende Investitionssumme steht in keinem vertretbaren Verhältnis zur vorgesehenen Nutzungsdauer. |