RATSSITZUNG 17.10.2003RENOVIERUNG PAUL-THÖNE-HALLE - Antrag der GRÜNEN-Fraktion Zwei Herzen schlagen in meiner Brust – Hat die BfGT doch noch im November letzten Jahres einen Antrag gleichen Inhaltes gestellt, der jedoch im Januar mit der Stimmenmehrheit von CDU und SPD abgelehnt wurde. Lediglich die GRÜNEN und die UWG unterstützen unseren Antrag, die Renovierungsmöglichkeiten zu überprüfen. Die FDP sprach sich für einen Neubau aus. Warum schlagen also zwei Herzen? Würde der RAT heute oder der KULTURAUSSCHUSS im November, in dem der Antrag beraten werden sollte, einer Renovierung zustimmen, bestätigen die Fraktionen von CDU, SPD und FDP mit Ihrem Votum, dass eine Renovierung – in welchem Umfang auch immer – doch möglich ist. Die BfGT hatte immer wieder darauf verwiesen. Allein aus diesen Gründen müssten wir heute dem Antrag der GRÜNEN zustimmen. Auch die Verwaltung versuchte den Bürgerinnen und Bürgernzu erklären, dass unsere Stadt „über kein wirkliches Theater verfügt, also keine Substanz, die sich funktional und wirtschaftlich sinnvoll auf einen zeitgemäßen Stand bringen lässt“ und „Die Bausubstanz selbst ist einschließlich der Ver- und Entsorgungsleitungen in großen Teilen erneuerungsbedürftig" (Zitat aus der Dokumentation „Informationen und Perspektiven vom 20.03.2003). Herr Wimmer zog unseren Renovierungsantrag ins Lächerliche und zitierte aus einer Verwaltungsvorlage aus dem Jahre 1959. Durch Herrn Piepenbrock stimmte die CDU damals zu, dass die „Frage nach Alternativen zu klären sei. Dieses sei jedoch in den letzten Jahrzehnten mehrfach intensiv geschehen“. Für die SPD gab es aufgrund eines „angeblichen, aber tatsächlich nicht vorhandenen Gutachtens aus dem Jahre 1987“ nur den einen Weg – Abriss und Neubau. Wir werden den Antrag der GRÜNEN jedoch ablehnen, denn das Geld, ob es nun 1,5 – 2 oder sogar 3 Millionen € werden – wäre wahrlich zum Fenster rausgeschmissen, und das können und dürfen wir uns nicht leisten! Gerade die Punkte, die immer wieder vehement von den Neubaubefürwortern kritisiert wurden wie z.B. enge Stuhlreihen, Stützpfeiler auf der Bühne etc., würden bei einer kleinen Renovierung nicht berücksichtigt. Die am 20.05.2003 im Kulturausschuss vorgestellte Mängelliste führt lediglich die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung von Sicherheitsproblemen auf, die notwendig wären, um den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können. Auch die Künstlergarderoben, die bei den Führungen immer wieder gerne gezeigt wurden, wären von diesen minimalen Renovierungsmaßnahmen vorerst nicht betroffen. Erst Recht werden die abgängige Lüftung, Heizung und die bühnentechnischen Einrichtungen nicht berücksichtigt. Vollkommen unklar sind zudem die wirklich entstehenden Kosten. Einer pauschalen Aussage, die Kosten dürfen 2 Millionen € nicht überschreiten, kann somit ebenfalls nicht zugestimmt werden. Stimmen wir dem Antrag zu, hätten wir das als Ergebnis, was niemand hier im Rat und aus der Verwaltung wollte: Ein Flickwerk, das wirklich nicht mehr als ein Provisorium ist und zugleich die Fortschreibung einer unendlichen Geschichte wäre. Die nächste Stilllegung wäre somit vorprogrammiert. Die Verwaltung beruft sich bei Ihren bisherigen Entscheidungen immer wieder auf politische Beschlüsse - Raumprogramm usw. Also sollten wir heute auch einen Beschluss fassen. Die BfGTFraktion stellt deshalb folgenden Änderungsantrag: Die Verwaltung wird beauftragt, die Renovierungs- und Umbaumöglichkeiten der Paul-Thöne-Halle unter Einbeziehung vorhandener Unterlagen und Ausarbeitungen zu überprüfen und dem Kulturausschuss eine entsprechende Kostenaufstellung / Kalkulation zur weiteren Beratung vorzulegen. |