Medieninfo zur Stellungnahme von Verwaltung und Politik zum Planungsentwurf Theaterumbau

In einer ersten Stellungnahme führte die Verwaltung an, dass die Modernisierungs- / Erweiterungspläne der Architektenfamilie Beckmann für die Paul-Thöne-Halle vorhandene Mängel nicht abstellen würde.

Diese Behauptung ist definitiv falsch!

Garderobenräume und Zuschauerraum werden neu gestaltet und den Bedürfnissen angepasst. Die Fläche der Hauptbühne wird fast verdoppelt, die sichtbehindernden Stützen sind nicht mehr vorhanden. Das Sicherheitssystem mit Fluchtwegen und Brandschutz entspricht der neuen Versammlungsstättenordnung, die Technik (Bühne, Heizung, Lüftung etc.) wird komplett neu installiert. Die Multifunktionalität ist durch die vielen zusätzlichen Möglichkeiten insbesondere durch die direkte Anbindung an die Stadthalle gewährleistet.

Statt ca. 24 Millionen € (Entwurf Prof. Friedrich für den reinen Theaterneubau) würden die Umbaumaßnahmen mit nur 9,8 Millionen € den gleichen Effekt erzielen: eine für die Zukunft langfristige funktionsfähige und besucherfreundliche Theaterspielstätte zu schaffen! Entgegen der Behauptung der Verwaltung, wurden hier die Kosten für die Außenanlagen in gleicher Höhe berücksichtigt wie in den Neubauberechnungen, die die Kosten im Gesamtpaket von 30,5 Millionen € für die Parkpalette enthalten.

Wird im Neubauentwurf die verkehrliche Anbindung des Parkdecks noch in höchsten Tönen gelobt, sieht die Verwaltung diesen Vorschlag jetzt als „problematisch“ an. Der neu vorgeschlagene Theaterplatz soll angeblich die Fußgänger- und Fahrradachse aus der Innenstadt blockieren. Hier wollte die Verwaltung nicht erkennen, dass diese Achse eindeutig um den Wasserturm herumgeführt wurde.

Der Vergleich mit den Entwürfen Prof. Friedrichs suggeriert bewusst einen falschen Eindruck. Bei der vorgestellten Planung handelt es sich um einen Alternativentwurf, in dem die Wünsche der Zuschauer sowie der Gastspieltheater berücksichtigt wurden. Aufgrund der Haushaltslage spielten die Kosten eine besondere Rolle, um das Projekt überhaupt realisieren zu können.

Das Anspruchsdenken einiger Politiker sowie der Verwaltung nimmt fast schon „wagnerianische Züge“ an. Zweifelsohne entsteht hier der Eindruck, dass es manchen Entscheidungsträgern nicht mehr um die Kultur, sondern um die Schaffung ihrer eigenen Denkmäler geht.

Mit fast 76% haben sich die Bürger gegen den geplanten Theaterneubau ausgesprochen. Die CDU will jetzt die Fragestellung des Bürgerentscheides auf den Prüfstand stellen. Dezernent Wimmer, vehementer Neubaubefürworter, lässt jetzt klären, ob es sich bei den Plänen doch um einen Neubau handelt, um die Möglichkeit der Realisierung von vornherein auszuschließen. Wimmer will seine Ankündigung „Mit mir wird es keinen Umbau geben“ unter allen Umständen und mit allen Mitteln durchsetzen. Der Beigeordnete vergisst dabei jedoch, dass er sich verpflichtet hat, zum Wohle der Stadt zu handeln und die Bürger durch den Bürgerentscheid erkannt haben, dass sie in unserer Stadt doch mitbestimmen können. Diese Meinung darf nicht ignoriert werden und die Bürgerschaft hat bei Projekten dieser Größenordnung ein Mitsprache- und Beteiligungsrecht, dass weder durch Verwaltung noch Politik unterlaufen werden darf.

BfGT - Bürger für Gütersloh e.V.

26. September 2003