THEATER in GÜTERSLOH - Ein Gedicht von Tassilo Hardung

1945 sah so nach endgültig aus, hinweggebombt war manches Haus,

Nahezu alles war zerstört, nirgends wurde Gutes gehört.

Das Leben kämpfte um die Existenz als Folge des Krieges, diese Konsequenz,

Hunger und Alltagssorgen, niemand wusste um das Morgen.

Viel Steine gab´s und wenig Brot und rundherum nur tiefe Not,

Die Wohnungsnot bestimmte das Leben, Heizmaterial hieß erstes Streben

Trotz aller Sorgen, Nöte, schwacher Kraft, der Aufbau wurde doch geschafft,

Ein Mindestmaß an gutem Leben, das galt es bald hier anzustreben

Und doch, ein jeder hoffte noch,

Es muss mal bessre Zeiten geben, Kultur gehört doch auch zum Leben

Im Trümmerfeld der Nachkriegzeiten, Theater einen Platz bereiten,

Das galt als Ziel, der Möglichkeiten gab´s nicht viel

Das Theaterleben, hat ein Haus bekommen, mit viel Erfolg, ganz unbenommen,

Gute Kultur in dem begrenzten Rahmen, zu dem sehr viele Menschen kamen,

Der Zahn der Zeit, er nagte sehr, es ist so weit, Ersatz muss her,

Vorbei der Jahre Ärmlichkeit, Begrenzter Bühne Erbärmlichkeit,

Zum Ruhm der Stadt und ihr zur Ehre, ein neues Haus das Richtige wäre,

Zu zeigen ist der ganzen Welt, dass Gütersloh was auf sich hält

Nicht Bielefelder Ruhm zu mehren, dort die Kultur mit unserem Besuch beehren,

Wir wollen was aus eigner Kraft, stolz ist, wer selber etwas schafft

Die Zeiten schlecht und viele Sorgen ? wir müssen Mengen Geld uns borgen ?

Das mag so sein, das bleibt so nicht, und darum schreib ich diese Gedicht

Wir haben Kraft, wir brauchen Mut, das Jammern steht uns gar nicht gut,

Es wird auch wieder aufwärts geh´n, Wir müssen nur nach vorne seh´n

Der Haushalt für das nächste Jahr, muss ausgeglichen sein, wie wahr,

Experten und ein Arbeitskreis, sind sehr bemüht, wie jeder weiß,

Dass das gelingt, es muss so sein, sonst handeln wir uns Ärger ein,

Des Weiteren zusätzlich Schulden, die Bürger müssen es erdulden,

Mancher sich die Haare rauft, die Stadtwerke sind schon verkauft,

Wo blieb das Geld, das macht uns Sorgen, gemach, ein Rest ist da, damit ist weniger zu borgen,

Die Schuldenlast mag hoch erscheinen, jedoch kein Grund, nur noch zu weinen,

In 30 Jahren sind sie abzutragen, Zeit genug, es jetzt zu wagen

Sponsoren gaben im Vertrauen, dass wir ein neues Haus erbauen,

Bürgerspenden noch dazu, so jedermann, auch ich und Du,

Wir alle woll`n, dass unsere Stadt, bald einen guten Namen hat,

Als Highlight in der Region, so soll das sein, das fehlt uns lange schon

Die Chance ist da, wir müssen sie ergreifen, nie wieder werden Pläne so weit reifen,

Der Wirtschaft und uns Bürgern tut, ein neues Haus als Prunkstück gut

Kultur in guten und in schlechten Zeiten, muss man jetzt ein Haus bereiten,

Kritisch und sparsam gehen wir´s an, Rat, Verwaltung, jedermann.

Ich lass das Argument nicht gelten, und mich von Nachgeborenen nur schelten,

Ein neues Haus ist nicht für heute nur gemacht, der Spaß der Enkel, ist ebenso bedacht

Und waren Zeiten jemals gut genug zu bauen ohne zu bedenken ?

Probleme gab´s zu jeder Zeit, man denke nach und kommt nicht weit

Lassen Sie uns Kraft entfalten, und an die Devise halten,

Mit gesundem Selbstvertrauen, das Theater neu erbauen.

 

Juni 2003

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