Wenn Sie gewählt würden - was würden Sie genauso machen und was anders? Auf Veranstaltungen (Vereine etc.) nett und freundlich auftreten, jedoch selbst geschriebene Reden halten. Lächeln alleine nützt manchmal jedoch nichts, man sollte innerhalb des Verwaltungsvorstandes auch mal "auf den Tisch hauen", um die Autorität des Bürgermeisters zu verdeutlichen. Als Ziele möchte und kann ich nur Vorhaben benennen, die auf Grund der gesetzlichen Vorgaben auch eigenverantwortlich, ohne die Zustimmung der Politik (des Rates), in vollem Umfang umzusetzen sind. Dazu gehören: Umstrukturierung von Fach- und Geschäftsbereichen (z. B. Minimierung der Dezernate) In Abstimmung mit dem Betriebsrat und unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben für Betriebsbedingte Kündigungen eine “Verschlankung” der Verwaltung Bürgerbefragung zur Neuorganisation der Verwaltungsangebote Erstellung eines eigenen Profils (Hervorhebung von anderen Kommunen in OWL durch besondere Aktivitäten und Entwicklungen z. B. im Kultur- und Freizeitbereich) Einrichtung eines Bürgerrates (ohne politische Beteiligung - kein Gremium) Regelmäßiger Informationsaustausch mit Kindern und Jugendlichen (Frage- und Antwortstunden) Intensiver Informationsaustausch mit den Beiräten (Senioren, Jugendparlament, Rat für Integration) Keine Geheimniskrämerei, sondern offene Informationen der Bürgerschaft (Regelmäßige Mediengespräche) Enge Zusammenarbeit und gleichberechtigte Behandlung aller im Rat vertretenen Fraktionen (Informationen und Gespräche zu gleicher Zeit - keine Vorab Informationen) Warum sollen die Gütersloher gerade Sie und Ihre Partei wählen? Weil die BfGT eine Garantie für Mitbestimmung sind. Der Bürgerentscheid gegen den Theaterneubau und das Bürgerbegehren zur Öffnung der Blessenstätte stellen dies unter Beweis. Kandidieren werde ich zwar im Rahmen der Bürgermeister-Wahl, doch wird der Titel bei einem erfolgreichen Ausgang für mich nur auf dem Papier stehen ... ... die Bürger wollen keinen Meister, sie haben genug Lehrjahre hinter sich - die Bürger wünschen sich jemanden, der sie vertritt und der ihre Interessen verwaltet. Ich möchte nicht ihr Meister, sondern ihr Vertreter werden“ Was ist das Besondere an Ihrer Person? Diese Frage sollten lieber andere beantworten. Wie würden Sie für eine Belebung der lokalen Wirtschaft sorgen? Wirtschaftsförderung ist “Chefsache”. Der direkte Dialog mit den ortsansässigen Unternehmen ist zu intensivieren um z. B. auf Steuerrückzahlungsforderungen in Millionenhöhe seitens der Großunternehmen rechtzeitig reagieren zu können. Forderungen dieser Art entstehen nicht über Nacht. Einrichtung eines Wirtschaftsrates (ohne politische Beteiligung — kein Gremium) — intensiver Dialog mit Unternehmen aller Bereiche (Handwerksbetriebe - und Mittelstand, Kaufmannschaft, Großunternehmen) Für unsere Stadt sind u. a. folgende Punkte eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg: unabhängige Handlungsweise und mehr Kompetenz für die Wirtschaftsförderung in Bezug auf Grundstücke, Planung und Bauordnung, vereinfachte und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Für Existenzgründer könnten im Wege des Erbbaurechtes preisreduzierte Flächenangebote zusätzliche Anreize zu schaffen Zu einer erfolgreichen und optimal funktionieren Wirtschaftsförderung gehört eine konsequent sparsame Haushaltspolitik, die eine Senkung der Steuern und Abgaben ermöglicht. Unter Voraussetzung einer verbesserten Haushaltlage ist eine Senkung der Gewerbesteuer ein langfristiges Ziel, um die vorhandenen Betriebe zu entlasten und ansiedlungswilligen Unternehmen einen zusätzlichen positiven Standortfaktor zu bieten. Sofern keine drastische Verschlechterung des städtischen Haushaltes eintritt, wird eine Erhöhung der Hebesätze abgelehnt. In der Gesellschaft wird ja allgemein ein Trend zur »Vetternwirtschaft« beklagt. Wie empfinden Sie das? Ich habe in Gütersloh keine Vettern. Sofern es dafür innerhalb der Verwaltung Anhaltspunkte geben sollte, wird der Sache selbstverständlich nachgegangen. Folgende Sachfragen liegen den Güterslohern am Herzen: Wie könnten die zahlreichen Gütersloher Plätze, darunter der Berliner Platz, beispielsweise durch attraktive Brunnen belebt werden? Unsere großflächigen Plätze sollten in kleinere Einheiten verwandelbar sein, z.B. durch bewegliche Pflanzkübel und künstlerisch gestaltete Windschutz- / Trennwände. Hier können auch die heimischen Künstler mit eingebunden werden. Wer dies aus “städtebaulicher Sicht” verhindern möchte und dadurch Gastronomen die Ausweitung ihres Angebotes erschwert, handelt gegen den Leitsatz, unsere Innenstadt attraktiver zu gestalten und lebendiger werden zu lassen. Pulsierendes Leben und nicht tote Pflastersteine machen letztendlich eine Stadt attraktiv. Auch Freizeitgestaltung in der Innenstadt ist möglich. Z. B. Bouleplatz auf dem Dreiecksplatz, mobiler Skaterparcours vor der Stadthalle sowie a nwendungsfreundliche Spielgeräte entlang der Königstraße und auf dem Kolbeplatz. Das Anlegen von kleinen Spielfeldern (z. B. Mühle, Dame, Schach) auf dem Berliner Platz wäre ebenfalls eine Bereicherung. Mehr öffentliche Bestuhlung / Bänke sowie zusätzliche Bepflanzung in Form von Blumeninseln sollen die Menschen auch zum Verweilen einladen. Auch Brunnen würden der Innenstadt ein anderes Flair geben. Es kommt auf die Gestaltung an. Hier sind Architekten gefragt, um entsprechende Vorschläge einzureichen. Welche Lösung haben Sie für die Theaterfrage? Den Beckmann- / Wiczkowiak Entwurf: Statt 30 Millionen € plus bis heute weiterhin unbekannter Zusatzkosten für einen überdimensionierten Neubau auszugeben und damit die Schuldenlast der Stadt weiter zu erhöhen, besteht durch diese Planungen die Möglichkeit, eine auf die Bedürfnisse unserer Stadt konzipierte multifunktionale Spielstätte zu errichten. Für 1/3 der geplanten Summe (10 Millionen €) würden Räumlichkeiten entstehen, die mit ihren modernsten technischen Möglichkeiten in kooperativer Zusammenarbeit mit der Stadthalle die besten Voraussetzungen für die Bereicherung unseres Kultur- und Veranstaltungslebens schaffen können. Was halten Sie von einem Kunstmuseum für Gütersloh? Könnten hierfür Sponsoren aus der Industrie gefunden werden (Beispiel Bielefeld)? Sehr gute Idee. Wir sollten uns jedoch kein Beispiel an Bielefeld nehmen, sondern ein auf unsere Stadt zugeschnittenes Profil entwickeln. Vor ca. 3 Jahren war ich zusammen mit Gütersloher Künstlern im Güterbahnhof, um eine ähnliche Idee zu erörtern. Zusammen mit offenen Ateliers würde hier die Möglichkeit bestehen, einen zentralen Ort zu schaffen. Finanzierung: Es müssen nicht immer die Unternehmen sein, die gefragt werden. Bei einem guten Konzept sollte es uns gelingen, auch Privatpersonen zu gewinnen. Es gibt viele Möglichkeiten, Bürger für die Kultur zu begeistern und somit auch zu gewinnen. Wie könnte ein handfestes Leerstandsmanagement für den Einzelhandel aussehen? Wie würden Sie dafür sorgen, dass sich noch mehr interessante Geschäfte und Gastronomen ansiedeln und auch ehemals attraktive Einkaufsstraßen wie zum Beispiel Münsterstraße oder Hohenzollernstraße wieder belebt werden? Wir benötigen kein aufwändiges und somit auch teures Leerstandsmanagement. Den Gütersloher Maklern ist bekannt, welche Geschäfte frei werden und wie sie vermarktet werden können. Verstärkt sollte sich die Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit der Planung darum bemühen, die Situation des Einzelhandels durch attraktive Rahmenbedingungen deutlich zu verbessern. Eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit kann dafür werben, dass unsere Stadt als Einkaufsstadt von auswärtigen Kunden verstärkt wahrgenommen und angenommen wird. Die Voraussetzungen für die Betreibung von Biergärten oder Straßencafes sind durch die Vereinfachung von Genehmigungen und weniger Auflagen für die Außengastronomie zu schaffen. Die BfGT wird sich für eine Senkung der Gebühren in Bezug auf die Nutzung städtischer Flächen vor Cafes, Imbissstuben, Kneipen, Restaurants, etc. einsetzen. Wie würden Sie die insbesondere von vielen Geschäftsleuten als problematisch empfundene Verkehrs- und Parksituation in Gütersloh handhaben? Zu einer lebendigen Innenstadt gehört eine sinnvolle Verkehrsführung, die den Kompromiss zwischen den Interessen der Anlieger, der Kaufleute in der Innenstadt und den Besuchern unserer Stadt sucht. Wir werden uns für die Verbesserung der Straßenführung von innerstädtischen Einbahnstraßen und Sackgassen — wie Moltkestraße, Feldstraße einsetzen, damit sich diese nicht weiter als “Fallen” für Auswärtige darstellen. Die Öffnung des Kreuzungsbereiches Blessenstätte hat dabei oberste Priorität. Durch kostenloses Kurzzeitparken (“Brötchentaste”) und die Erweiterung von Ermäßigungen in Verbindung mit Einkauf oder Verzehr in der Gastronomie wird die Innenstadt für Besucher attraktiver. Was werden unter Ihrer Regie die konkreten Aufgaben des Stadtmarketing sein? Auch Stadtmarketing ist “Chefsache” und darf nicht weiter zu einem politischen Spielball der etablierten Parteien werden. Außer Kosten wurden seitens der Gütersloh Marketing GmbH bisher kaum eigenständige Ideen produziert und umgesetzt. Die angekündigten Erfolge blieben aus. Neben der Stadt Gütersloh als Hauptgeldgeber sind nur sechs weitere Vereine und Verbände als Gesellschafter eingetragen. Vom städtischen Zuschuss werden über 50% für Personalkosten verwandt. Eine Neustrukturierung ist erforderlich, wobei eine spezifische Zielsetzung unbedingt festzulegen ist. Die Übertragung der eigentlichen Aufgaben an private Agenturen ist unter Einbeziehung eines Kostenvergleichs zu prüfen. Einsparungen bei Peronalkosten sollten im Rahmen eines gesamtstädtischen Stadtmarketings anteilmäßig den Vereinen und Institutionen in den Ortsteilen zur Verfügung gestellt werden. Wie könnte sich das Kulturleben der Stadt auch über Güterslohs Grenzen hinausprofilieren, anstatt sich in austauschbaren Veranstaltungen zu ergehen? Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist die Jazzreihe. Wir müssen uns ein eigenes Profil geben. Die weit über die Grenzen unserer Stadt herausragende Jazzreihe sollte zu einem überregionalen Kulturevent (Jazz-Festival) ausgebaut werden. Für Jüngere ist ein 2-tägiges Open-Air-Festival mit internationaler Besetzung zu etablieren. Auf dem stillgelegten Flughafengelände bestehen dazu die besten Voraussetzungen. Ein z. B. in den Sommerferien durchgeführtes Festival mit Straßenmusikanten, Gauklern und freien Theatergruppen auf Plätzen und Straßen unserer Stadt (auch in den Ortsteilen) würde ebenfalls für überregionale Aufmerksamkeit sorgen. Und zum Schluss: Ihr persönliches Statement zur Kommunalwahl 2004. Wahlprogramme klingen manchmal fast wie Märchen. Wir setzen uns für dies ein und werden das angehen. Wir tun, wir machen, wir wollen... Rufen Sie die Entscheidungen und Stellungnahmen der jeweiligen Fraktionen ab. Die Protokolle von Rats- und Ausschusssitzungen finden Sie im Internet auf der städtischen Homepage www2.guetersloh.de. Vergleichen Sie die Arbeit der Fraktionen mit den Wahlaussagen der Parteien aus dem Jahre 1999. Die Wähler sollten sich kein X für ein U vormachen lassen. Die Wahlprogramme aller Parteien und Wählergemeinschaften sollten sorgfältig studiert werden. Danach kann jeder für sich selbst und für unsere Stadt am 26. September die richtige Wahl treffen. Gutes Wählen!
|